Für Kevelaer als anerkannter Kurort mit Heilquellenbetrieb ist es ein besonderer Moment: Der Trinkbrunnen im Solegarten St. Jakob steht ab sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung. Nach der Sanierung der Steigleitung der Heilquelle und der arzneimittelrechtlichen Freigabe kann die Kevelaerer Thermalsole nun auch direkt vor Ort getrunken werden.
Ein langer Weg bis zur Freigabe
Dem Start gingen umfangreiche technische Arbeiten im Solegarten voraus. Dazu gehörte die grundlegende Sanierung der Steigleitung der Heilquelle ebenso wie weitere vorbereitende Maßnahmen rund um die Nutzung der Kevelaer.Thermalsole. Die Quelle speist das Gradierwerk und nun auch den Trinkbrunnen in der Tourist Information. Nach Abschluss der Arbeiten im Januar folgten Beprobungen und jüngst die formale Freigabe durch die sachkundige Person nach Arzneimittelgesetz sowie die zuständige Bezirksregierung.
Die Stadtwerke Kevelaer fungieren dabei als pharmazeutischer Unternehmer. Sachkundige Person ist Peter Kern von der Med LaborUnion GmbH, der zugleich die Leitung der Qualitätskontrolle innehat. Kern war von Beginn an in die Entwicklung des Solegartens St. Jakob und die Nutzung der Kevelaer.Thermalsole eingebunden.
Technische Verantwortung vor Ort
Die Leitung der Herstellung liegt bei Rohrnetzmeister Dirk Verhoeven, sein Stellvertreter ist Georg Ambrosius. Beide verantworten die Herstellung und Betreuung der Kevelaerer Thermalsole vor Ort - von der technischen Umsetzung bis zur Inbetriebnahme. Die elektrische und steuerungstechnische Anbindung übernahmen Georg van Lipzig und Dirk Adamaschek.
„Die Arbeiten an der Steigleitung und die Vorbereitung der Inbetriebnahme wie beispielsweise der Bau der Mischanlage haben uns über viele Monate intensiv beschäftigt. Für uns war klar: Wenn der Trinkbrunnen startet, dann mit höchster Sorgfalt und geprüfter Qualität. Dass nun alles bereitsteht, macht uns stolz“, so Dirk Verhoeven. Auch im laufenden Betrieb bleibt die Verantwortung hoch: Verhoeven und Ambrosius kontrollieren die Anlage täglich, desinfizieren den Trinkbunnen, überprüfen die Messwerte und veranlassen bei Bedarf weitere Maßnahmen.
Natürliches Heilwasser
Die Kevelaer.Thermalsole tritt mit einer Quelltemperatur von 27 Grad Celsius zutage. Als Thermalsole gilt Wasser ab einer Temperatur von über 20 Grad. Sie enthält unter anderem Salz, Magnesium, Jod, Kalzium, Kalium und Eisen und ist als natürliches Heilwasser anerkannt.
Sole kann therapeutisch unterstützend wirken, beispielsweise bei Haut- und Atemwegserkrankungen oder vegetativen Beschwerden. Sie ist ein medizinisches Produkt und dient der Unterstützung, nicht der Heilung. Am Trinkbrunnen stehen neben frischem Trinkwasser auch 0,5-prozentige und 1-prozentige Sole zur Verfügung. Empfohlen werden im Rahmen einer Kur – je nach Konzentration – bis zu einem Liter täglich über drei bis sechs Wochen.
„Mit dem Trinkbrunnen wird unsere Heilquelle unmittelbar erlebbar. Das ist ein weiterer Baustein für die Attraktivität des Solegartens und unseres Kurstandortes“, erklärt Betriebsleiter Wolfgang Toonen. Auch Bürgermeister Dr. Dominik Pichler betont die Bedeutung: „Die Thermalsole ist Teil unserer Identität. Dass sie nun erstmals direkt im Solegarten getrunken werden kann, stärkt Kevelaer als Gesundheits- und Erholungsstandort.“
Ausgezeichnete Handwerksarbeit
Gestaltet wurde der Brunnen von Steinmetz Benedikt Kreusch aus Kleve. Für die Ausführung des Trinkbrunnens erhielt er im vergangenen Jahr das Qualitätszeichen des Landesinnungsverbandes des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks NRW.
Der Trinkbrunnen ist ausschließlich während der Öffnungszeiten der Tourist-Information im Solegarten St. Jakob zugänglich.
Von Mai bis Oktober gelten folgende Zeiten: dienstags bis freitags 9 bis 13 Uhr sowie 13:30 bis 17 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr.
Von November bis April ist die Tourist-Information dienstags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie 13:30 bis 16 Uhr geöffnet.
Bildunterschrift:
Am neuen Trinkbrunnen im Solegarten St. Jakob: Dirk Adamaschek, Wolfgang Toonen (Betriebsleiter Stadtwerke Kevelaer), Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, Dirk Verhoeven, Georg Ambrosius, Georg van Lipzig (alle Stadtwerke Kevelaer) (v. l.).

